Historische Bodenmarken - Datierung

Die verschiedenen Porzellanmarken, die in blauer Unterglasur auf den Gefäßboden zumeist als “W” aufgebracht wurden, spiegeln die wechselvolle Geschichte der Porzellanmanufaktur wieder und helfen bei der Datierung der Geschirrteile.

Seit der Gründung der Wallendorfer Porzellanmanufaktur im Jahre 1764 wechselten mit den unterschiedlichen Besitzern auch die Bodenmarken auf den Produkten. 2006 wurde die heutige Marke “W” mit der Krone und Gründungsjahr eingeführt.

Eine kleine Anmerkung zur Datierung der Bodenmarken: die zwei Jahreszahlen, einmal 1763 (Gründung der Firma und Errichtung des Firmengebäudes) und 1764 (Datum der Lizenzvergabe) brachte im Laufe der Jahre einige verwirrende Bodenmarken hervor, die entweder 1763 oder 1764 zeigten. Die Erklärung dafür ist recht einfach: Es wurde seit Jahren argumentiert, dass die Errichtung des Firmengebäudes von ‘Hamann & Greiner’ bereits als Gesellschaft finanziert wurde und somit als offizielles Gründungsjahr gesehen werden muss. Nachdem 1960 eine neue Marke einführt wurde und diese immer noch das Gründungsjahr 1763 zeigte, flammte die ganze Diskussion erneut auf. Da schon bald der 200. Jahrestag der Manufaktur bevorstand und genau datiert werden sollte, wurde 1962 durch eine unabhängige Kommission endgültig klargestellt, dass die Produktion bis zur Erteilung der Lizenz gemäß den damaligen Gesetzen rechtswidrig gewesen wäre. Man einigte sich schließlich darauf, dass das offizielle Gründungsjahr der Manufaktur 1764 war, selbst wenn die für die Manufakturgründung verantwortliche Gesellschaft bereits vorher bestanden hat. Seit 1963 verwendet die Wallendorfer Porzellan Manufaktur deshalb ausschließlich die Jahreszahl ‘1764’ in ihren Signaturen und Bodenmarken.