Geschichte der Manufaktur

240 Jahre bewegte Manufakturgeschichte – Einleitung

Heubach & Kämpfe AG - Aktie zur Messe in Leipzig

Gut 50 Jahre nach Erfindung des Porzellans durch Ehrenfried Walther von Tschirnhaus und Johann Friedrich Böttger ersuchte im Jahre 1761 Johann Wolfgang Hammann aus Katzhütte am Fürstenhof zu Schwarzburg-Rudolstadt um die Konzession zur Porzellanherstellung. Nur drei Tage vorher war allerdings eben diese Konzession exklusiv an Heinrich Macheleid aus Sitzendorf vergeben, so dass Hammanns Gesuch abgelehnt wurde. So schnell gab Johann Wolfgang Hammann seinen Traum von der Herstellung des „weißen Goldes“ jedoch nicht auf und ein Jahr später gelang ihm in Katzhütte der erste Brand von Hartporzellan.

Ein weiteres Jahr darauf erwarb er das „Freiherr von Hohenthalsche“ Rittergut in Wallendorf auf dem Territorium des Herzogtums zu Sachsen-Coburg-Saalfeld. Nach Erteilung der Konzession zur Porzellanherstellung durch den Herzog von Sachsen-Coburg am 30. März 1764 gründete Wolfgang Hammann gemeinsam mit seinem Sohn sowie dem Glasmaler Gottfried Greiner und dessen Vetter Gotthelf Greiner die Porzellan Manufaktur Wallendorf. Das Wallendorfer Porzellan wurde ursprünglich aus Rohstoffen der Umgebung gebrannt, so dass der Scherben entsprechend unsauber und getönt war. Bereits ab 1780 gelang jedoch durch den Bezug und die Verwendung böhmischen Kaolins der Brand reinweißer Scherben, so dass 1793 Wilhelm Martius über das Wallendorfer Porzellan sagte: „Es ist blendend weiß, fein gemahlt und so hart, dass es am Stahl Funken giebt.“ Bis 1833 befand sich die Manufaktur dann im Familienbesitz der Hammanns. Darauf folgten wechselreiche Jahre, in denen sich die Wallendorfer Porzellanmanufaktur in den Händen verschiedener Besitzer wieder fand, Namen, die auch heute noch für Porzellan–Tradition und -Qualität stehen: Hutschenreuther, Kämpfe, Sonntag, Heubach, Fraureuth, Schaubach. Die wechselnden Besitzer und das wirtschaftliche Auf und Ab manifestieren sich nicht zuletzt in der Vielzahl der verwendeten Bodenmarken, die sich zeitweise stark an das Meißner Markenzeichen anlehnten, was zu mehreren Abmahnungen der kurfürstlich sächsischen Landesbehörde führte. Die jetzige Marke (W) unter bekreuzter Helmkrone und dem Gründungsjahr 1764 wurde 200 Jahre nach der Gründung der Porzellanmanufaktur Wallendorf eingeführt.

Maria Bianka Hammann – 1804 bis 1862
Kämpfe & Heubach AG / Fraureuth Porzellan – 1897 bis 1928
Heinz Schaubach – Wallendorfer Porzellan – 1928 bis 1953