Geschichte der Manufaktur Teil 1

Kämpfe & Heubach AG / Fraureuth Porzellan – 1897 bis 1928
Heubach, Kämpfe & Sontag – Wallendorfer Porzellan – 1897 bis 1928

Zu Beginn des Jahres 1897 wurde die Wallendorfer Porzellan Manufaktur unter der Leitung der Herren Kämpfe und Heubach in eine Aktiengesellschaft überführt und firmierte unter Kämpfe & Heubach AG. Im Laufe der Jahre hatte sich die Produktlinie der Manufaktur stark verändert, im Fokus standen nun in erster Linie die berühmten Wallendorfer Figuren und Dekorationsartikel. Die Investitionen schienen sich auszuzahlen denn das Auftragsvolumen stieg von nun an stetig. Mit Ausbruch des ersten Weltkriegs jedoch, verschlechterte sich die wirtschaftliche Situation dramatisch, so fassten Kämpfe und Heubach den Entschluss die Fabrik vorerst stillzulegen.

Bodenmarken aus dieser Epoche

Nur wenige Jahre später, zum Ende des 1. Weltkriegs, übernahm Fraureuth Porzellan den Betrieb, in dem inzwischen die Porzellan -Dekoration und -Malschule Lichte ansässig war. Durch die Übernahme von Wallendorf avancierte Fraureuth zur größten deutschen Porzellanfabrik und beschäftigt im Jahr 1920 weit über 1200 Arbeiter und 300 Beamte. Auf Grund von großen finanziellen Schwierig-keiten nutzte Fraureuth die Wallendorfer Manufaktur jedoch nicht für die Porzellan Produktion, es wurden dort lediglich kleinere und spezielle Dekoraufträge ausgeführt. Später wurde die Fraureuth Kunstabteilung unter der Leitung von Heinz Schaubach in Wallendorf eingerichtet. Durch die Schließung der Wallendorfer Manufaktur im Jahr 1915, konnte man für diesen Bereich die besten Porzellanmaler verpflichten, die kunstvollen Produkte wurden in kürzester Zeit weltberühmt. Künstler wie beispielsweise Anton Grath, Carl Nacke, Max Hermann Fritz, Hans Harders und Prof. Augmüller erschaffen wunderbare Plastiken und Gefäße. Da die Modelle, welche zur Abformung dienten, meist die Signaturen der Künstler trugen, kann man die Objekte heute noch gut zuordnen. Entwürfe der Modelleure, welche fest bei Fraureuth beschäftigt waren, wurden mit dem Kürzel “E.W.” (Eigene Werkstatt) signiert. Nur wenige Jahre später kam es, bedingt durch enorme Steuerschulden, zum Konkurs für Fraureuth Porzellan und die Aktiengesellschaft wurde Ende 1926, mit einer Bilanz von 1.5 Millionen Reichsmark Verlust, zerschlagen. Bereits 1927 kam es zu einer Neugründung der “Fraureuther Porzellanfabrik Aktiengesellschaft”, eine Produktion findet jedoch nie statt. Mit der Löschung der Gesellschaft 1934 war das endgültige Aus für Fraureuth Porzellan besiegelt.

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